Petition für eine Neubeurteilung der Umgestaltung Heimplatz
Veröffentlicht am 11.09.2025 von Alana Gerdes, Gemeinderatskandidatin und Vizepräsidentin FDP Kreis 7+8; Dominic Scherz, Gemeinderatskandidat und Wahlkampfleiter FDP Kreis 7+8

Der Heimplatz – von vielen Zürcherinnen und Zürchern Pfauen genannt – soll in den nächsten Jahren total saniert werden. Die FDP Kreis 7 und 8 fordert den Stadtrat umgehend dazu auf, die Pläne für die Umgestaltung vom Mai 2025 aufgrund fehlender Rücksicht auf die betroffenen Quartiere zu überarbeiten.
Die Stadt Zürich plant beim Umbau des Heimplatzes beim Kunsthaus drei Spuren abzubauen, zwei Spuren mit dem ÖV zu vermischen (Mischverkehr), fünf (!) Abbiegemöglichkeiten komplett zu streichen sowie 58 weisse Parkfelder abzubauen. Die neue, verkomplizierte Verkehrssituation führt zu mehr Stau sowohl für den Individualverkehr als auch für den öffentlichen Verkehr und wird aufgrund der geplanten Wegleitung zu einem erhöhten Verkehrsvolumen in den umliegenden Quartieren führen.
Laut Tiefbauamt sind gegen die Pläne fristgerecht insgesamt acht Einsprachen eingegangen. Darunter ist auch eine Sammeleinsprache der Zürcher Rechtsanwälte AG mit mehr als hundert Unterschriften, welche von der City-Vereinigung, der Geschäftsvereinigung Limmatquai-Dörfli und dem Automobilclub der Schweiz (ACS) unterstützt wird.
Die Änderungen bedeuten aus ihrer Sicht einen deutlichen Einschnitt in der Verkehrsführung für die Kreise 7 und 8, da der Heimplatz eine bedeutende Verbindung zwischen dem Zürichberg, dem Seebecken und dem Osten und Westen der Stadt darstellt.
Besonders stossend: Die Stadt rät dazu, «für die aufgehobenen direkten Abbiegebeziehungen lokale Alternativen zu nutzen». Konkret heisst das: Autofahrer sollen über den Hirschengraben oder den Kreuzplatz ausweichen, wobei jedoch bei letzterem ebenfalls weitere Einschränkungen für den Verkehr geplant sind: Nach Abschluss der Bauarbeiten bis Ende dieses Jahres wird ab dem Kreuzplatz die Kreuzbühlstrasse stadtauswärts Richtung Forchstrasse von zwei auf eine Spur reduziert. Zudem entfällt die Linksabbiegemöglichkeit von der Kreuzbühlstrasse in die Klosbachstrasse Richtung Römerhof. Gleichzeitig entsteht eine neue, direkte Veloverbindung von der Klosbachstrasse in die Zollikerstrasse. Dafür wird eine zusätzliche Ampelphase eingeführt, was den Verkehr insgesamt weiter verlangsamen wird.
Wer in Zukunft mit dem Auto vom Bellevue zum Hottingerplatz fahren will, hat nur zwei Optionen: Entweder über den Hirschengraben oder über den Kreuzplatz. Doch sobald im Oktober die Linksabbiegemöglichkeit in die Klosbachstrasse entfällt, werden auch diese Routen zu einem deutlich grösseren Umweg. Alternativ bleibt nur das Ausweichen auf Quartierstrassen, etwa über die Plattenstrasse.
Die FDP Kreis 7 und 8 hat deshalb eine Petition gestartet, in der sie folgendes fordert:
› Beibehaltung der Abbiegemöglichkeiten, insbesondere in Richtung rechte Zürichseeseite (Rämistrasse, Hottingerstrasse, Zeltweg).
› Verzicht auf Spurenabbau zur Erhaltung der Entflechtung des öffentlichen Verkehrs/MIV, der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses.
› Verzicht auf den übermässigen Abbau weisser Parkfelder
Auch im Kantonsrat haben mehrere Vertreter von FDP und SVP das Thema aufgegriffen und wollen eine schriftliche Anfrage an den Regierungsrat einreichen, darunter Marc Bourgeois, FDP-Kantonsrat aus dem Kreis 7 und 8 und Präsident der TCS-Gruppe Zürich Stadt. Bourgeois kritisiert, dass gewisse geplante Abbiegeverbote am Heimplatz gegen die kantonale Verfassung verstossen. Er verweist auf den sogenannten Anti-Stau-Artikel, der 2017 in einer Volksabstimmung – auch in den betroffenen Stadtkreisen – angenommen wurde.
Dieser Artikel verlangt, dass Einschränkungen der Leistungsfähigkeit im kantonalen Strassennetz im umliegenden Netz kompensiert werden. Die vollständige Streichung zentraler Abbiegemöglichkeiten bedeutet jedoch faktisch eine Kapazitätsreduktion um hundert Prozent. Die Folgen wären erheblich: Hottingen wäre vom Bellevue her nur noch über Quartierstrassen oder lange Umwege erreichbar, und auch der Verkehr zwischen dem Hochschulgebiet und dem Seefeld würde sich zunehmend durch Wohnquartiere verlagern.
HIER geht's zur Petition. Diese können alle, auch nicht Stadtzürcher oder Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit unterzeichnen.