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Verkehr ist, wenn er bewegt

Veröffentlicht am 10.09.2022 von

Andreas Egli, Gemeinderat Kreis 10; Dominique Zygmont, Gemeinderat FDP Kreis 7+8; Përparim Avdili, Gemeinderat FDP Kreis 9 und Präsident FDP Stadt Zürich

Verkehr bewegt Menschen, Material und Emotionen. Gefragt ist nicht weniger, sondern besser.

Ehrfurchtsvoll stehen wir vor den steinernen Überresten des einstmals grosse Teile Europas durchquerenden römischen Strassensystems. Wir sind fasziniert vom Postkutschenbild Rudolf Kollers, das die rasante Fahrt über den Gotthardpass zeigt. Für Bürgerinnen und Bürger galt einst: Reisen bildet. Heute wird Verkehr oft nur noch als Problem beschrieben: laut, dreckig, gefährlich – und er wird als Symbol eines überbordenden Kapitalismus unter dem Titel „system change“ bekämpft.

Verkehr als Lebensgrundlage

Dabei ist Verkehr notwendiger Teil unserer Lebensgrundlage. Die endlosen Kolonnen an Lastwagen auf unseren Autobahnen sind nicht zum Spass unterwegs, sondern liefern der Wirtschaft Waren zur Produktion und zum Handel sowie den Privaten Güter für den täglichen Bedarf. Wir pendeln zu unserem Arbeitsplatz, wir besuchen Freunde, Verwandte und Bekannte oder wir erholen uns am Wochenende und in den Ferien in den Bergen oder im Ausland am Meer. Verkehr verbindet Menschen über Telefon und Videokonferenzen hinaus – auch über Stadtgrenzen hinaus! Das gilt es anzuerkennen, und wer ein Ende des Verkehrs fordert, soll den Menschen auch erklären, dass sie damit ihren Arbeitsplatz, ihre Altersvorsorge und die Kontakte zu ihren Lieben verlieren.

Es geht nicht um weniger, sondern um bessern Verkehr

Nicht unsympathisch erscheint in diesem Zusammenhang der Slogan „weniger ist mehr“. Denn ja, es gibt unnütze Fahrten. Zumindest aus einer subjektiven Warte heraus gesehen. Doch wer entscheidet, was unnütz ist? Expertinnen, Beamte, Politikerinnen und Politiker? Aus liberaler Sicht ist klar, dass jeder und jede für sich selbst entscheiden soll, was nützlich oder sinnvoll erscheint und wofür das eigene Geld ausgegeben wird. Verkehr hat zwar seinen Preis. Nur wird der vielfach von der Allgemeinheit mitfinanziert. Mit Abonnements- und Pauschalangeboten wird ein „all-you-can-eat-Menu“ serviert; wer viel fährt, profitiert viel. Ein übertriebenes Beispiel stammt aus Deutschland im Sommer 2022: Wer für lächerliche neun Euro wochenlang durch das ganze Land fahren kann, trägt zur Kostenwahrheit etwa so viel bei wie Velofahrende auf den Zürcher Strassen. Damit wird jeder zusätzlich gefahrene Kilometer immer billiger und es wird eher mehr gefahren. In Städten und Gemeinden werden Strassen zumindest teilweise mit allgemeinen Steuergeldern finanziert und können gratis genutzt werden (während National- und Kantonsstrassen mit den Strassenverkehrsabgaben und den Treibstoffzöllen von den Autofahrenden überfinanziert werden).

Besser wäre es, Verkehrsmittel würden die durch ihre Nutzung verursachten Kosten decken, denn was unter Preis angeboten wird, generiert eine übermässige Nachfrage. Ein ehrliches Mobility-Pricing erfasst Kosten der Verkehrsträger ohne ideologische Scheuklappen und führt bei Kostendeckungsgraden unter 100% konsequenterweise zu Preisaufschlägen auch der öffentlichen Verkehrsmittel. So wäre das Problem der so genannten unnützen Fahrten gelöst: jede Fahrt hat ihren Preis. Und wer sie nützlich erachtet und den Preis zahlen möchte, wird die Fahrt oder den Flug antreten. Die anderen lassen es bleiben. Insofern ist die Subventionierung von Mietvelos in den Städten widersinnig, ersetzen diese doch in der Regel Fahrten mit ohnehin verkehrenden Bussen und Trams, was den Nutzenden den Kauf von Tickets erspart.

Es wird Zeit, den Klassenkampf auf den Strassen zu beenden

Ein modernes Elektrofahrzeug verursacht bereits heute über seine Lebensdauer weniger als die Hälfte an CO2 als ein vergleichbares Benzin- oder Dieselfahrzeug. Mit E-Fuel betriebene Flugzeuge wären CO2-effizienter als ein durchschnittlich besetzter Intercity, eine Flotte auf Abruf autonom fahrender elektrischer Kleinstbusse wäre umweltfreundlicher als halbleer herumfahrende Trams. Wir lösen unsere Verkehrsprobleme nicht mit Klassenkampf auf den Strassen, sondern nur mit Innovationen, Kundenorientierung, einer hervorragenden Infrastruktur, Kostenwahrheit und einem Miteinander der Verkehrsträger. Daran sollte sich liberale Verkehrspolitik ausrichten.

Weitere Ressourcen

HIER finden Sie die Antwort des Stadtrats auf die schriftliche Anfrage von Alexander Brunner(FDP)und Përparim Avdili (FDP) auf den Schaden durch unbewilligte Demonstrationen.

HIER finden Sie einen NZZ Artikel (paid) der NZZ zur Critical Mass und deren folgen für den Verkehr

HIER finden Sie das Social Media Set mit dem FDP Sujet zum Thema Mobilität

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