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FDP erhält auch für den zweiten Teil des Vorstosspakets zu «Smart Schools» eine Mehrheit im Gemeinderat

Veröffentlicht am 20.09.2020 von

Yasmine Bourgeois, Gemeinderätin FDP Kreis 7&8, Vizepräsidentin Kommission PRD/SSD

Nachdem vom im Frühling 2019 eingereichten Vorstosspaket zu «Smart Schools» bereits zwei Vorstösse vom Parlament direkt an den Stadtrat überwiesen wurden, fanden am vergangenen Mittwoch die beiden anderen Vorstösse des Pakets auch noch eine Mehrheit im Zürcher Gemeinderat.

Die Digitalisierung ist in den Schulen noch ungenügend. Das haben uns die pandemiebedingten Schulschliessungen vom vergangenen Frühling deutlich vor Augen geführt. Nachholbedarf besteht insbesondere in den Bereichen ICT-Infrastruktur, digitale Lerninhalte verknüpft mit pädagogischen Konzepten (Individualisierung, Selbstkorrektur, automatisierte Korrektur etc.), digitale Verwaltungsprozesse sowie Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte und Schulleitungen.

Das Vorstosspaket versteht sich als integrale Initiative, welche all diese Bereiche tangiert, später aber auch um weitere Komponenten ergänzt werden kann. Zusatzkosten in einzelnen Bereichen sollen durch Automatisierung, Bürokratiebeseitigung und die effizientere Nutzung von Ressourcen in anderen Bereichen wettgemacht werden.

Das im Frühling 2019 eingereichte Vorstosspaket besteht aus vier Vorstössen:

  • Motion «Smart Schools» - Gesamtstädtische einheitliche «Smart School»-Strategie - Dokument herunterladen
  • Postulat «Digitalisierung Lehrmittel» - Bspw. individualisierte Programme, die sich dem Niveau anpassen. Für wiederkehrendes Üben und das Festigen des Lernstoffs - Dokument herunterladen
  • Sharing Schools - Sharing-Konzepte für kostspielige Infrastruktur. Bspw. mobile Experimentierlabors in einem Bus, die von mehreren Schulen genutzt werden können - Dokument herunterladen
  • Postulat «Digitale Materialbeschaffungsplattform» - Bürokratieabbau bei der Materialbeschaffung - Dokument herunterladen

Die beiden Letzteren wurden bereits im letzten Jahr ohne Diskussion vom Rat überwiesen und am vergangenen Mittwoch schliesslich auch die beiden Ersteren. Wobei die Motion in ein Postulat umgewandelt werden musste, um die Zustimmung der Mehrheit zu erreichen.

Mit diesem Vorstosspaket wird die Stadt beauftragt, zu prüfen, wie in den Schulen der Stadt Zürich eine gesamtstädtische «Smart School»-Strategie umgesetzt werden kann, damit nicht jede Schule einzeln das Rad neu erfinden muss. Dabei sollen Infrastruktur, digital aufbereitete und interaktive Lerninhalte, pädagogische Konzepte und Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte gezielt miteinander verknüpft werden, so dass die Digitalisierung für die Bildung gewinnbringend ist und zugleich Entlastung bei administrativen Abläufen schaffen kann – sowohl innerhalb der einzelnen Schulen wie auch in Zusammenarbeit mit Verwaltung und Behörden.

Viel Potenzial sehen wir deshalb nicht nur bei der gesamtstädtischen Strategie, sondern speziell auch beim Postulat zur Digitalisierung von Lehrmitteln. Natürlich wollen wir Lehrerinnen und Lehrer nicht einfach durch digitale Inhalte ersetzen, denn die persönliche Interaktion zwischen Lehrer und Schüler sind wichtig, und es braucht sie nach wie vor.

Digitale Möglichkeiten sollen aber, wo immer möglich, sinnvoll genutzt werden, um die Lehrpersonen administrativ zu entlasten, damit mehr Zeit für persönliche Betreuung bleibt. Hierfür eignen sich kurze Übungseinheiten zur Wiederholung und Festigung des Stoffs, die sich automatisch dem Niveau des Lernenden anpassen und den Lehrpersonen eine Übersicht über die Lernfortschritte bieten.

Private Lehrmittelverlage wie der Klett Verlag haben bereits ein grosses Angebot an digitalen Lehrmitteln – darunter auch einige in anderen Kantonen zugelassene alternativ-obligatorische Lehrmittel. Hier hinkt der Kantonale Lehrmittelverlag noch stark hinterher. Denn einerseits hat er sich bisher schwer getan mit der Digitalisierung, andererseits entwickelt er lieber selber aufwändig Lehrmittel, obwohl es von anderen Verlagen bereits qualitativ hochstehende Alternativen gäbe.

Es bleibt zu hoffen, dass sich dies mit dem Auftrag des Parlaments in nächster Zukunft ändern wird.

Kategorie Bildung