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Chancengerechtigkeit beim Wohnraum auch für ältere Menschen

Veröffentlicht am 15.09.2019 von

Elisabeth Schoch, Gemeinderätin FDP Kreise 4+5

 

Motion 2018/213 Vergabe der gemeinnützigen Wohnungen an über 70-jährige Personen gemäss ihrem Bevölkerungsanteil, eingereicht von Elisabeth Schoch und Albert Leiser

Eine ältere Frau, nennen wir sie Emma, musste aufgrund einer Totalsanierung ihres Hauses aus ihrer Wohnung ziehen und eine neue Wohnung finden. Doch das stellte eine grosse Herausforderung dar. Weder bei den Genossenschaften noch den städtischen Wohnungen noch im privaten Wohnungsmarkt war sie erfolgreich. Der Absagegrund: «An Menschen in Ihrem Alter vergeben wir keine Wohnungen mehr». So schnell gelangt man also aufs Abstellgleis. Emma blieb nur noch der Weg ins Altersheim, der so gar nicht ihrer Vorstellung entsprach. Im Altersheim fühlte sie sich überhaupt nicht wohl und sie gelangte in eine Abwärtsspirale. Erst als sie von einem privaten Liegenschaftsbesitzer eine Wohnung mieten konnte, lebte sie wieder auf und ist nunmehr in ihren neuen vier Wänden glücklich.

Wir von der FDP finden, ältere Menschen gehören nicht aufs Abstellgleis. Deshalb fordern wir den Stadtrat auf, bei der Vermietung von gemeinnützigen Wohnungen dafür zu sorgen, dass ältere Menschen mindestens ihrem Anteil entsprechend berücksichtigt werden.

Obwohl die Antwort der Stadt aufzeigt, dass ältere Menschen durchaus in den gemeinnützigen Wohnungen wohnen, genügt das nicht! Die Antwort des Stadtrats (fokussiert auf den aktuellen Stand) zeigt jedoch, dass er den Kern der Motion nicht verstanden hat. Uns geht es nicht um die Menschen, die ihre Wohnung schon haben, sondern um ältere Menschen, die eine neue Wohnung suchen müssen.

Folgende Fakten sind uns wichtig:

Der Bestand zeigt lediglich auf, dass ältere Menschen auch in Wohnungen der Stadt leben. Er zeigt aber nicht auf, inwiefern ältere Menschen Zugang zu neuen Wohnungen haben, nachdem sie zum Beispiel nach Sanierung wegen Verdichtung oder wegen Rückbau eine Wohnung suchen müssen.

  • Wir wollen jedoch, dass sie auch dann wieder eine Wohnung finden, wenn sie zum Beispiel aufgrund einer Totalsanierung ausziehen müssen und sich auf dem ausgetrockneten Wohnungsmarkt eine neue Wohnung suchen müssen.

Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) bietet heute 2’011 altersgerechte Wohnungen an. Jedoch genügt dies bei weitem nicht. Auf der Warteliste der SAW sind aktuell ca. 2'000 Menschen, die eine Wohnung beanspruchen.

  • Wir wollen, dass die Stadt im Rahmen der Altersstrategie das Angebot für ältere Menschen weiter ausbaut – und zwar mitten unter uns und nicht in separaten Siedlungen.

Viele kleinere Wohnungen sind oft für ältere Menschen vorgesehen. Damit ist theoretisch ein Wohnungsangebot für ältere Menschen vorhanden. Jedoch benötigt es in einer richtigen Alterswohnung spezielle Vorkehrungen, welche einerseits spätere bauliche Massnahmen möglich machen und andererseits 100% rollstuhlgängig ist. Das heisst zum Beispiel, dass es eine befahrbare Dusche mit Haltemöglichkeiten gibt.

  • Wir wollen, dass die kleinen Wohnungen so gebaut sind, dass die älteren Menschen möglichst lange autonom bleiben können, weil kleinere Hilfen mit geringem Aufwand installiert werden können.

Immer mehr Menschen werden älter. Die Babyboomer werden erst jetzt pensioniert. Wir bauen heute jedoch für die nächsten 50 Jahre. Dann sind auch die Babyboomer in den Siebzigern, weshalb dieses Segment um 20% wachsen wird.

  • Wir wollen, dass vorausschauend gebaut wird und der Bedarf auch für die Babyboomer im Alter richtig geplant wird. Richtig geplant kostet das nicht zusätzlich, im Nachhinein korrigieren jedoch ist teuer.

Ältere Menschen wollen meist nicht ihr ganzes Leben in einer grossen Wohnung verbringen. Oftmals wäre ein Umzug in eine kleinere Wohnung gewünscht. Wenn dann aber der Wohnungsmarkt für ältere Menschen nicht zugänglich ist, dann bleibt man halt in der Grosswohnung.

  • Wir wollen, dass die Menschen selbstbestimmt die Grösse ihrer Wohnung ihrer persönlichen Situation anpassen können. Das heisst für die Senioren kleinere Wohnungen und die grösseren Wohnungen für die Familien.

Aus diesem Grund werden wir an unserem Vorstoss festhalten.