Vorkaufsrecht verhindert mehr bezahlbaren Wohnraum in Zürich
Veröffentlicht am 20.11.2025 von Përparim Avdili, Gemeinderat FDP Kreis 9, Stadtpräsidiumskandidat und Präseident FDP Stadt Zürich

In Zürich ist Wohnraumknappheit bittere Realität. Genau deshalb braucht es Lösungen, die den Bau neuer Wohnungen beschleunigen – nicht solche, die zusätzliche Hürden schaffen. Das Vorkaufsrecht für Gemeinden gehört klar zur zweiten Kategorie: Es verkompliziert Prozesse in einem Markt, der schon heute durch übermässige Regulierung ausgebremst wird.
Eine aktuelle Studie, über die unter anderem 20 Minuten berichtet, zeigt deutlich: Je stärker ein Wohnungsmarkt reguliert ist, desto knapper wird das Angebot und desto höher steigen die Mieten. Für Zürich bedeutet das: Wer neue Eingriffe wie ein Vorkaufsrecht einführt, riskiert, die Wohnraumknappheit weiter zu verschärfen. Mehr staatliche Kontrolle schafft keine zusätzliche Wohnung – im Gegenteil, sie hemmt Investitionen und verzögert Projekte.
Wie widersprüchlich linke Wohnpolitik in der Praxis oft ist, zeigt ein aktuelles Beispiel an den Seebahnhöfen. Dort möchten Genossenschaften wie ABZ und BEP verantwortungsvoll verdichten und zusätzlichen Wohnraum schaffen. Doch genau jene politischen Kräfte, die sonst lautstark mehr bezahlbare Wohnungen fordern, stellen sich quer. Anstatt Genossenschaften zu unterstützen, die bereitstehen, ihren Beitrag zur städtischen Verdichtung zu leisten, werden neue Hürden aufgebaut. So gehen wertvolle Jahre verloren, in denen dringend benötigter Wohnraum entstehen könnte.
Auch beim Vorkaufsrecht zeigt sich ein zentraler Widerspruch: Es gibt vor, etwas gegen steigende Mieten zu unternehmen – bewirkt aber das Gegenteil. Denn anstatt Spekulation zu bremsen, verzögert das Instrument vor allem Projekte, weil unklar bleibt, ob die Gemeinde ihr Recht ausübt. Investoren ziehen sich zurück, Planungssicherheit geht verloren, und der Wohnungsbau kommt ins Stocken. Die Folge ist absehbar: Das Angebot verknappt weiter, und genau dadurch steigen die Mieten – besonders in einer Stadt, in der jeder zusätzliche Wohnraum zählt.
Ich komme aus einfachen Verhältnissen uns habe selbst erlebt, was es bedeutet, als Familie mit wenig Geld in Zürich eine bezahlbare Wohnung suchen zu müssen. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Problem der stiegen Mieten durch eine falsche Politik immer weiter verschärft und Menschen mit geringem Einkommen aus der Stadt verdrängt werden. Zürich braucht endlich verlässliche Rahmenbedingungen, die Neubau und Verdichtung ermöglichen. Das heisst: schneller bewilligen, Einsprachen begrenzen, Baureglemente modernisieren – und Genossenschaften tatsächlich bauen lassen, wenn sie es wollen.
Klar ist: Das Vorkaufsrecht löst kein einziges Wohnproblem, schafft aber neue. Zürich braucht mehr Wohnraum – nicht mehr Bürokratie.
Darum gilt am 30. November: Nein zum Vorkaufsrecht, Ja zum Gegenvorschlag.