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Zürich, kein Hort der Freiheit

Veröffentlicht am 17.11.2021 von

Dominique Zygmont, Gemeinderat Stadt Zürich (Kreis 7+8), Vizepräsident FDP Stadt Zürich

In Städten konnten Menschen früher die Freiheit finden. Hier erschufen sie gemeinsam Neues und lebten so, wie sie wollten. Doch nicht im Zürich von heute, wo Richtpläne dirigieren und in die Privatsphäre eingreifen wollen.

Noch nie in ihrer Geschichte brauchte Zürich einen «kommunalen Richtplan». Sie kam auch ohne solchen in die Spitzengruppe der Orte mit der höchsten Lebensqualität. Städte waren historisch gesehen oft Horte der Freiheit, wo man im Grundsatz leben konnte, wie man wollte. Doch damit könnte es in Zürich jetzt vorbei sein.

Nun sollen neue kommunale Richtpläne bis ins Detail vorgeben, wo und wie sich Zürich in den nächsten 20 bis 25 Jahren verändern muss. Die regierende Linke, bestehend aus den Parteien SP, Grüne, Alternative Liste und sogar unter Mithilfe der Grünliberalen, legen dafür ein mehrere hundert Seiten dickes Monsterwerk vor. Den Menschen machen sie zahlreiche Vorschriften über unser Zusammenleben und greifen tief in die Privatsphäre ein. Der Freiheit in Zürich geht es damit an die Gurgel.

Das Quartier als Nabel der Welt

Kernstück der Zürcher Richtpläne ist, dass sich das Leben neu auf einen Radius von wenigen Minuten um das eigene Zuhause fokussieren soll. Dafür gibt es über 40 auf dem Reissbrett eingeplante Quartierzentren. Die Idee ist, dass man im Alltag gar kein grosses Bedürfnis verspürt, sein Quartier zu verlassen. Selbstredend unter gütiger Mithilfe durch zu rekrutierende Beamtinnen und Beamte, die für einen «ausgeglichenen Quartiermix» und «Erdgeschossnutzungen» zu sorgen haben. Wie wenn sich die Menschen in dieser Art und Weise dirigieren und limitieren liessen.

Das urbane Zentrum der Stadt verliert mit dem Richtplan an Bedeutung. Der politische Fokus liegt nicht darauf, die Dichte Zürichs als etwas Positives zu gestalten, sondern die Quartiere zum Nabel der Welt zu erklären. Nichts gegen deren Lebensqualität. Jedoch wollen wir gerade nicht ausschliesslich im Klein-Klein der Quartierstrukturen leben. Die Bahnhofstrasse mit ihrer weltweiten Bekanntheit, der Hauptbahnhof als überregionale Anbindung und der Flughafen mit dem Tor zur Welt: Das alles spielt in der Logik des Richtplans offensichtlich keine grosse Rolle mehr.

Private Gärten für alle

Doch damit nicht genug. Die Richtpläne wollen tief in die Privatsphäre der Zürcherinnen und Zürcher eindringen. Dazu sollen bei konkreten Bauvorhaben oder Sondernutzungsplanungen private Gärten, Dachterrassen und Innenhöfe für die Allgemeinheit nach Möglichkeit geöffnet werden müssen. Notabene auf Kosten der privaten Rückzugsräume, welche für Mieterinnen und Mieter sowie für Eigentümerinnen und Eigentümer gleichermassen wertvoll sind.

Als Begründung liess ein Gemeinderat der SP und früherer Parteipräsident folgendes verlauten: Es ginge darum, Eigentum zu «entwerten». Also Eigentum weniger wertvoll zu machen. Die Zürcher Linke kann sich mit der Auszeichnung brüsten, die vielleicht einzige Regierung der Welt zu sein, die ihr Volk mutwillig und offenkundig ärmer machen will.

Ein Nein zu den extremen Richtplänen ist möglich

Noch ist das letzte Kapitel in dieser Geschichte nicht geschrieben. Es geht um eine Grundsatzentscheidung, in welche Richtung sich Zürich in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll. Die Freiheit hat heute in der grössten Schweizer Stadt einen schweren Stand. Es wäre deshalb an der Zeit, dass sich die Bevölkerung gegen immer mehr dirigistische Eingriffe, gegen Vorschriften über das Zusammenleben und die Geringschätzung unserer Urbanität zur Wehr setzt. Damit Zürich wieder zum Hort der Freiheit wird, der unsere Stadt ausmacht. Ein Nein zu den extremen Richtplänen am 28. November 2021 ist dazu der erste wichtige Schritt.

Kategorie Gewerbe, Wohnen

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