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«Thurgauerstrasse» - Chance für einen innovativen Wohnungs- und Gestaltungplan!

Veröffentlicht am 05.11.2020 von

Sabine Koch, Gemeinderätin Kreise 7&8

Am 29. November kommt der «Gestaltungsplan Thurgauerstrasse Teilgebiete A und C-F Wohnen/Gewerbe» an die Urne.

Die Stadt Zürich ist in den letzten 10 Jahren um ca. 50'000 Einwohner gewachsen. Gemäss Kalkulation wird sie bis im Jahr 2040 zusätzliche ca. 90'000 Zürcherinnen und Zürcher willkommen heissen können. Da ein Zauberstab für die Landgewinnung fehlt, müssen andere Möglichkeiten herbeigezogen werden. Das Stichwort heisst «Baulandreserven». Und hier kommt Zürich-Seebach ins Spiel. Eine der grössten Baulandreserven von total 65'000 m2 liegt in Zürich-Nord. Die Teilrevision der BZO betrifft in etwa 37'000 m2

 

Aufstocken oder Verdichten?

Es ist offensichtlich, dass die Nachfrage nach neuen Wohnungen ungebremst ist. Ebenso, dass die Umsetzung und Planung nicht einfach sind. Gemäss Revision des Eidgenössischen Raumplanungsgesetztes sollen sich Städte nach Innen entwickeln. Was heisst das? Ungebremste Verdichtung? Nein, wir sind der Meinung, dass in Wohnzonen, wo es möglich und sinnvoll ist ein Geschoss höher zu bauen, dies auch getan werden soll. Dies allein reicht jedoch nicht aus, um den prognostizierten zusätzlichen 90'000 Bewohnerinnen und Bewohner ein neues Heim bieten zu können. Es müssen neue Gebäude erstellt werden.

Der Gestaltungsplan

Der Rahmen der Weiterentwicklung in der Stadtplanung orientiert sich am Gestaltungsplan – so auch im Fall der Thurgauerstrasse. Das Ziel besteht darin, in den Teilgebieten A und C-F neuen und vielfältigen Wohn-, Gewerbe- und Gemeinschaftsraum zu schaffen. Es soll eine individuelle Kombination bzw. eine gute Durchmischung der Generationen unter einem Dach stattfinden. Angedacht sind ca. 120 Alterswohnungen sowie 600 gemeinnützige Wohnungen. In diesem denkwürdigen Jahr wurde uns sicherlich allen bewusst, dass ein Generationen-Mix hauptsächlich positive Aspekte mit sich bringt. Das Verständnis der Jüngeren gegenüber den Älteren wird gefördert und diese bleiben «jünger» und agiler. Zudem sinkt die Gefahr einer Vereinsamung deutlich. 

Der aufmerksame Leser hat sicherlich bemerkt, dass das Teilgebiet B fehlt. Dieses betrifft die Zonenplanänderung «Schule/Quartierpark», welche beschlossene Sache ist und autonom umgesetzt wird.

Der Gestaltungsplan beinhaltet detaillierte Anforderungen an einen ökologischen Vorzeigebau. 2008 wurde die Abstimmung zur 2’000-Watt-Gesellschaft vom Stimmvolk deutlich angenommen. Die geplanten Bauten setzen den damaligen Abstimmungswillen um. Die innovative Vertikalbegrünung in einer ganzen Überbauung - in Zürich ein Novum - wird in anderen Städten bereits umgesetzt. Gemäss Studien lassen sich Umweltbelastungen in Städten bis zu 30 % reduzieren, wenn Hauswände, Mauern und Dächer begrünt sind. Das Thema Hitze ist auch in Zürich auch ein grosses Problem. Mit den geplanten Begrünungen wird das Stadtklima verbessert und der Energiebedarf verkleinert, was wir unterstützen. Zudem sieht der Plan sehr viele Freiräume vor, die von allen benutzt werden können.

Jede Medaille hat auch eine Kehrseite. Es ist Tatsache, dass man es nicht allen recht machen kann. So beherbergen die Parzellen heute liebgewonnene Schrebergärten, welche den Bauten weichen müssten. Die Anwohner wurden zu spät ins Boot geholt, was nicht passieren darf, denn wir nehmen die Kritik der Nachbarn sehr ernst. Auch wird es nicht viele Parkplätze geben, was die Ansiedlung Gewerbetreibender erschwert. Die Gegner sehen zudem ein Quartier im Quartier. Doch unter Berücksichtigung des Gesamten sprechen viele Gesichtspunkte und Entwicklungen dafür, dass es ein Erfolgsprojekt wird.

Fazit

Mit der Annahme dieser Teilrevision kann man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. 

  • Chance für einen innovativen Wohnungsbau, welcher ca. 1’800 Menschen jeglichen Alters eine neue Heimat gibt
  • Umsetzung modernster ökologischer Bauweise inkl. Vertikalbegrünung. 
  • Umsetzung der Vorgabe der Gemeindeordnung zur Erhöhung von gemeinnützigen Wohnungen und preisgünstigem Gewerberaum bis 2050

«Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann». Was bedeutet ein Nein zum Gestaltungsplan? Es wird auf Jahre hinaus den Bau von etlichen neuen Wohnungen blockieren. Wie schon erwähnt, den Zauberstab für die Landgewinnung gibt es nicht. Wir können nur versuchen, dass uns zur Verfügung stehende Land möglichst gut zu nutzen.

Kategorie Wohnen

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