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Tempo-30 auf öV-Achsen killt Quartierbusse

Veröffentlicht am 10.03.2021 von

Andreas Egli, Gemeinderat FDP Kreis 10

Die bewusste "Verschleichung" unseres öV mit Tempo 30 zahlen city-ferne Quartiere mit längeren Fahrzeiten, weniger Kursen und höheren Kosten. Und nun droht auch noch der Abbau von Quartierbussen (aktuell Linie 38 in Höngg).

Per November 2020 fehlten dem ZVV coronabedingt rund CHF 100 Mio an Kundeneinnahmen (1; gemäss Protokoll der regionalen Verkehrskonferenz vom November 2020; S. 18/19). Seither ist es nicht besser geworden. Gleichzeitig plant eine Mehrheit im Stadtrat die zweite Welle mit Tempo 30 in der Stadt Zürich, und zwar auch für Hauptstrassen und öV-Routen.

Die FDP hat schon lange darauf hingewiesen, dass die Verschleichung des öV mit flächendeckendem Tempo 30 auf Hauptachsen und öV-Linien den Verkehr in die Quartiere verdrängt und hohe Mehrkosten verursacht. Unterdessen müssen auch unsere Kollegen zu Linken zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass man die Fahrplandichte mit immer langsamer fahrenden Bussen und Trams nicht ohne Nebenwirkungen aufrechterhalten kann: flächendeckend kostet Tempo 30 die Stadt Zürich bzw. die VBZ zusätzliche CHF 20 Mio. pro Jahr, plus Investitionskosten von rund CHF 75 Mio. Von den Kosten für Handwerk und Gewerbe sprechen wir hier noch gar nicht.

Der ZVV hat ein Riesenloch in der Kasse, der Kanton dürfte kaum über das Stopfen solcher Löcher hinaus Geld sprechen, die VBZ können und wollen – zurecht – kein Fahrpersonal entlassen oder das Personal sonst wie für Tempo 30 bluten lassen. Weil man nicht immer mehr und mehr Geld ausgeben kann, droht eine Streichung bei Quartierbuslinien. Die Linie 38 ist allerdings für die teils steil am Hang gelegenen Wohngebiete am Höngger- und am Waidberg eine wichtige Verbindung mit dem Quartierzentrum sowie dem Friedhof und den Sportanlagen auf dem Hönggerberg. Insbesondere für ältere Menschen, Eltern mit kleinen Kindern oder Personen mit Einkaufstaschen wären die Steigungen der Michel- und der Kürbergstrasse ohne die Buslinie 38 nicht oder nur mit privaten Fahrzeugen (Auto und E-Bike) zu bewältigen. Eine Einstellung dieser Buslinie würde daher sicherlich zu einer Zunahme des motorisierten Individualverkehrs in Höngg und besonders auf dem Hönggerberg führen. Höngg, aber auch andere city-ferne Stadtquartiere sehen Temporeduktionen auf öV-Achsen abseits von Schulanlagen zurecht kritisch, denn das verlangsamt, verteuert und verschlechtert das öV-Angebot und hat damit im Ergebnis eine negative Wirkung auf das Klima. Dagegen wehren sich die beiden FDP-Gemeinderäte Andi Egli und Martina Zürcher mittels Postulat.

Kategorie Mobilität, Verkehr

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