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Papierwerdareal – (k)ein Märchen für das Globusprovisorium

Veröffentlicht am 11.03.2019 von

Andreas Egli, Gemeinderat FDP Zürich

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer findet das schönste Projekt im ganzen Land?

Wäre die Geschichte des Papierwerdareals ein Märchen, würde es so beginnen: Es war einmal, vor langer Zeit, als die „ganz lustigen Planer“ (glp) vom Zürcher Feenrat („Stadtrat“) den Abriss einer Scheune verlangten, in der alte Globihefte gelagert wurden. „Ach wie schön, liebe Fee, wäre so ein offener Platz, statt der hässlichen Scheune. Und der Platz sollte ganz vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten“. Die Sängerpartei (SP) wünschte sich von vom Feenrat immerhin „einen Platz mit möglichst flexiblen, temporären Nutzungsmöglichkeiten, der nicht offen sein sollte, und einen aufzuwertenden Zugang zum nahen Gewässer“ (Feenwunsch Nummer GR 2013/49).

Eine der Feen plante und plante und am Ende präsentierte sie einen netten Pavillon mit Laden und Tiefgarage darunter. Aber da waren schon ein paar Jahre ins Land gezogen und die Sänger sangen neue Lieder und die Planer planten neue Pläne und alle wollten sie von ihren alten Wünschen nichts mehr wissen.

Die Fee aber war ratlos. Sie fragte Planer und Sänger, was sie denn für neue Wünsche für das Land hätten. Deren Antwort machte die Fee aber noch ratloser: „Liebe Fee“, trällerte Sängerin Brander den Refrain, „wir wissen auch nicht, was wir uns wünschen könnten, aber vielleicht hast du, liebe Fee, mit deinen Mägden und Knechten eine Idee, wie wir herausfinden könnten, was wir uns werden wünschen wollen“.

Als die Fee gestehen musste, dass sie nicht wissen könne, was die Sänger im nächsten Winter gerne flöten täten, da wurden Sänger und Planer ganz zornig und verfluchten die Fee dazu, ein Jahr lang herauszufinden, wie man es denn organisieren könnte, dass Sänger und Planer herausfinden, was sie sich denn wünschen könnten.

Die prosaisch-nüchtern Fakten

So oder ähnlich hat sich das Märchen zum Papierwerdareal im Februar 2019 im Zürcher Gemeinderat abgespielt. Wer prosaisch-nüchterne Fakten vorzieht, dem sei folgende Zusammenfassung empfohlen:

Gegen die Stimmen von FDP und CVP beschloss der Zürcher Gemeinderat am 29.1.2014: „Der Stadtrat wird aufgefordert eine kreditschaffende Weisung vorzulegen, welche die Neugestaltung des Bereichs Papierwerd-Areal (Globusprovisorium) zu einem offenen Platz (streichen) nach 2020 zum Ziel hat. Das dazugehörige Nutzungskonzept soll einen Platz mit möglichst flexiblen, temporären Nutzungsmöglichkeiten und einen aufzuwertenden Zugang zur Limmat beinhalten.“

Bevölkerungs- und Quartierumfragen zwischen 2014 und 2018 zeigen, dass die Nutzung durch einen Detaillisten mit grossem Sortiment und breitem Angebot auf der Prioritätenliste der Bevölkerung im Kreis 1 ganz oben steht. Der Stadtrat präsentierte in der Weisung 2018/47 seine Lösung für das Papierwerdareal: ein Platz mit Pavillon und darunterliegend ein Ladenlokal und eine Tiefgarage (siehe http://www.gemeinderat-zuerich.ch/Geschaefte/detailansicht-geschaeft/Dokument/438b3799-385e-482d-82be-2c5677d4e904/2018_0047.pdf)

Das Projekt des Stadtrats wird am 27. Februar 2019 im Zürcher Gemeinderat einstimmig abgelehnt: Die SVP wollte das Globusprovisorium sofort abreissen und den Stadtrat beauftragen, dem Coop ein neues Ladenlokal zu bauen.

Die FDP hält den Bau eines Ladenlokals für den Coop nicht unbedingt für eine städtische Aufgabe. Sie lehnte den entsprechenden Antrag der SVP ab.

Die vereinigte Linke samt glp hatte (und hat) weder eigene überzeugende Ideen noch eine Vorstellung, was auf dem Papierwerdareal dereinst gebaut oder nicht gebaut werden könnte. Sie wies das Geschäft an den Stadtrat zurück. Diesem erteilten SP, Grüne, AL und glp den Auftrag, innerhalb eines Jahres einen Prozess zu präsentieren, wie eine überzeugende Idee gefunden werden könnte. Das ist aus Sicht der FDP – gelinde gesagt – grotesk. Die FDP ist der Ansicht, dass es Aufgabe von Politik und Bevölkerung und nicht der Verwaltung ist, eine überzeugende Idee für einen Ersatz des Globusprovisoriums zu finden. Planerische Hektik ist bei dem seit über 50 Jahren bestehenden Provisorium nicht angesagt. Man kann es für den Moment in den Dornröschenschlaf schicken, bis ein Prinz es wachküsst, sprich bis sich ein überzeugendes Projekt auf dem Papierwerdareal aufdrängt.