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Klassenkampf vs. Wirtschaft bringt uns jetzt nicht weiter.

Veröffentlicht am 10.05.2020 von

Elisabeth Schoch, Gemeinderätin Kreis 4&5

Am letzten Mittwoch, 7. Mai 2020, behandelten wir im Gemeinderat zwei Gesundheitsvorlagen. Einerseits bewilligten wir ein neues Reha-Zentrum, das beim Triemlispital zu stehen kommt und welches durch die Stiftung Klinik Valens gebaut und betrieben wird. Zudem sprachen wir dem Verein Family Start, welcher die Zuteilung der Hebammen organisiert, einen städtischen Beitrag zur Unterstützung gut.

 

Beide Vorlagen zeigen deutlich, dass der Mehrheit im Rat das Gesundheitswesen wichtig ist und am richtigen Ort gerne investiert wird, aber auch private Initiativen Teil des Ganzen sein sollen. So stand auch die FDP deutlich hinter den beiden Vorlagen, obwohl durchaus kritisch hinterfragt werden muss, ob ein Verein der Hebammen städtisch finanziert werden muss oder diese vermittelnde Tätigkeit nicht den Eltern zugemutet werden kann.

 

Umso irritierender war das Votum der AL, mit welchem sie zu einem Rundumschlag zum, ihrer Ansicht nach, versagenden Gesundheitssystem ausholt. Gerade jetzt, wo das Gesundheitswesen einem Stresstest ausgesetzt war, welchen es auch bestand. Und gerade jetzt, wo die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen Aussergewöhnliches geleistet haben, findet die AL zu ihrer Klassenkampf-Rhetorik zurück und steigert diese nochmals deutlich. Sie sprechen von Marktversagen in einem mässig freien Markt, der überdurchschnittlich reguliert ist und trotzdem keinesfalls versagt hat. Die Wirtschaft und die finanzorientierte Führung sollen dafür verantwortlich sein, dass die Schnittstellen der immer stärker spezialisierten Disziplinen scheinbar nicht bewältigt werden können. Ist es nicht gerade die Spezialisierung, welche auch herhalten muss, damit die Löhne im Gesundheitswesen steigen? Gute Leistung soll selbstverständlich gut bezahlt werden, jedoch führt die Spezialisierung zu mehr Schnittstellen, welche Generalisten in einer Person schlanker handhaben könnten. Klar ist eine vermehrte Fokussierung auf den Patienten als Ganzes gewünscht und gerade in der Geriatrie und der Paliative Care sehen wir zunehmend, dass dies auch möglich ist - arbeiten hier doch verschiedene Spezialisten zum Wohle des Patienten, der Patientin zusammen. Selbstverständlich soll man immer wieder kritisch hinterfragen, wie man das Gesundheitswesen noch besser aufstellen kann. Dies ist ein normaler, unternehmerischer Prozess, und ich bin sicher, dass auch das Gesundheitswesen diesen Pfad der ständigen Qualitätssteigerung geht.

 

Wenn nun die AL die Schwachstellen in einem System dazu benutzt, den Klassenkampf in ungeahnt aggressivem Ton auszuschreien - und dies in der Corona resp. nach der Corona Phase -, dann kann man das nur als destruktiv bezeichnen. Offensichtlich herrscht bei der AL die Angst, dass ihre Themen vorläufig untergehen, weil wir alle zusammenstehen müssen, die Wirtschaft nach dem Lockdown wiederaufbauen und mit den verfügbaren Mitteln dafür sorgen müssen, dass die gesamte Bevölkerung nicht unter die Räder kommt. Es geht nun nicht mehr darum, jede noch so kleinste Gruppe, welche Unterstützung benötigt, zu identifizieren und lauthals zu schreien, der Kapitalismus geschehe auf dem Buckel der Ärmsten. Jetzt geht es in der Politik darum, für die Wirtschaft Rahmenbedingungen zu schaffen, damit nicht wir alle zu den Ärmsten werden. Klassenkampf ist hierzu nicht förderlich, sondern eher lähmend.