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Gay Pride Zürich – liberales Potenzial

Veröffentlicht am 24.06.2018 von Marcel Müller

Mitte Juni fand in Zürich die Gay Pride statt. Rund 24'000 Menschen waren zur Demo und zum anschliessenden Fest auf dem Kasernenareal nach Zürich gekommen – ein neuer Rekord. Dieses Jahr stand die «Ehe für alle» und damit die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Zentrum.

Direkt vom Fraktionsseminar in Vitznau nach Zürich an die Gay Pride – dies war am 16. Juni das Programm von Gemeinderatspräsident Martin Bürki und mir. Wir trafen uns am Helvetiaplatz und marschierten kurz vor 14 Uhr mit der friedlich demonstrierenden Menge mit. Neidisch mussten wir zusehen, wie neben Schwulen-, Lesben- und anderen Organisationen vor allem auch zwei Parteien an uns vorbeizogen. Wir FDPler waren zwar mit Nationalrätin Doris Fiala, Gemeinderatspräsident Martin Bürki, einigen FDP Frauen und Jungfreisinnigen sowie wenigen Fraktionsmitgliedern durchaus prominent vertreten – aber leider nicht sichtbar. Da müssen wir uns selbst an der Nase nehmen und dies aufs nächste Jahr ändern!

Chance «Gay Pride» nutzen

Schwule und Lesben sind gesellschaftsliberale Menschen – und viele durchaus auch politisch interessiert. Dass wir als FDP und «liberales Original» nicht nur wirtschafts- sondern auch gesellschaftsliberale Positionen vertreten, ist in der Community weitgehend unbekannt. Und dies, obwohl die FDP die politische Heimat von vielen Schwulen und Lesben ist. Sie fühlen sich in der der FDP zu Hause, weil die Partei die individuelle Freiheit jedes einzelnen hochhält und damit eine selbstbestimmte Lebensgestaltung fördert. Gerade diese Vorzüge unserer Partei müssten auch an der Gay Pride sichtbar gemacht werden. Für Martin und mich war klar: Nächstes Jahr trommeln wir die freisinnigen Freunde zusammen und marschieren auch mit FDP-Fahnen und -Ballonen an der Pride mit – und sind nachher auch im FDP-Look auf dem Pride-Gelände vertreten. Wir werden den anderen in nichts nachstehen. Denn nur wer uns sieht, wird auf uns und unser Engagement für Schwule, Lesben und Regenbogenfamilien aufmerksam.

Es ist Zeit für die «Ehe für alle»

In der Schweiz herrscht in vielen Kreisen die Meinung vor, dass Schule und Lesben mit dem Partnerschaftsgesetz die Gleichstellung erreicht hätten und Demos wie die Gay Pride bei uns nicht mehr nötig seien – dem ist bei Weitem nicht so! Gleichgeschlechtliche Paare haben beispielswiese kein Recht auf eine erleichterte Einbürgerung nach fünf statt zehn Jahren. Ihnen ist die Adoption von Kindern untersagt und auch beim Namensrecht gibt es nach wie vor markante Unterschiede. Deshalb ist es höchste Zeit für die «Ehe für alle». Das Parlament hat zur Umsetzung der parlamentarischen Initiative eine Fristerstreckung bis 2019 genehmigt. Unter anderem auch deshalb, weil es einige Gesetzesanpassungen braucht. Eine Volksabstimmung ist somit 2020 zu erwarten.

Einigen unter uns mag es merkwürdig erscheinen, wenn zwei Männer oder zwei Frauen ein Kind adoptieren dürften. Sie befürchten, dass die Kinder darunter leiden würden. Ich kenne selbst mehrere gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern. Es mag Zufall sein, aber die Regenbogenfamilien, die ich kenne, leben ein sehr harmonisches Familienleben und die Kinder sind glücklich. Für sie ist es normal zwei Mamis oder zwei Papis zu haben – denn sie kennen nichts anderes. Und gerade, weil sie nichts anderes kennen, beantworten sie Fragen ihrer Klassenkameraden mit einer kindlichen Leichtigkeit. Aus meiner Sicht sind für Kinder Zuneigung, Liebe und ein stabiles Umfeld wichtige Faktoren. Ob dieses Umfeld Mutter und Vater, ein Vater oder eine Mutter alleine, zwei Väter zusammen, zwei Mütter miteinander oder die Grosseltern schaffen, spielt für die Entwicklung eines Kindes kaum eine Rolle.

Es wäre schön, wenn sich die FDP-Fraktion in Bern bis zur Abstimmung im Parlament einstimmig hinter die parlamentarische Initiative «Ehe für alle» stellen könnte. Denn fehlen die FDP-Stimmen, wird es die Initiative nicht bis zur Volksabstimmung schaffen. Und damit wäre die Gleichstellung für gleichgeschlechtliche Paare für Jahre vom Tisch.