Wer profitiert von einer Steuersenkung?
Veröffentlicht am 02.01.2026 von Martina Zürcher, Gemeinderätin Kreis 10

Von einer Steuerfusssenkung profitieren alle – anteilsmässig zu ihren Steuern. Auch jene, die meinen, sie könnten von ihrer persönlichen Steuerreduktion nur eine Pizza essen. Denn diese Sichtweise ist viel zu kurzfristig; sie vergisst, dass ein Steuerfuss gerade für die grossen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler eine lenkende Wirkung haben kann. Und jene Gruppe finanziert uns einen beträchtlichen Teil unserer städtischen Leistungen.
Von Links-grün heisst es im Gemeinderat immer, eine Steuerfusssenkung würde nur den Reichen helfen. Zunächst einmal ist das rein mathematisch schlicht und einfach falsch: Von einer Steuerfusssenkung profitieren alle, die in der Stadt Zürich Steuern zahlen. Und zwar alle mit dem genau gleichen prozentualen Anteil. Es ist aber auch wirtschaftlich, gesellschaftlich und sozial eine sehr kurzfristige Denkweise und zeigt, dass Finanzpolitik der rot-grünen Gemeinderatsmehrheit einen Horizont hat, der nicht viel weiter als ein Jahr geht.
Die Einkommenssteuereinnahmen der natürlichen Personen in der Stadt Zürich betragen rund 1.3 Milliarden Franken. Gut die Hälfte kommt von rund 22'000 Personen. Oder kurz gesagt: Weniger als 10% der Stadtzürcher Steuerpflichtigen zahlen mehr als die Hälfte der Einkommenssteuern der natürlichen Personen.
Wenn wir jetzt mal als Gedankenexperiment annehmen, dass ein Teil dieser einkommensstärksten Gruppe wegzieht, weil sie anderswo deutlich weniger Steuern zahlen. Und da muss man gar nicht weit gehen, beispielsweise schon in Unterengstringen könnten sie rund 15% von ihren Steuern sparen. Wenn wir jetzt also zum Beispiel annehmen, dass die Hälfte der Einkommensstärksten, d.h. 11'000 Personen aus der Stadt wegziehen, dann müssten die übrigen 95% der Steuerpflichtigen die verlorenen Steuern quasi übernehmen. Das heisst alle müssten viel mehr zahlen, insbesondere auch der Mittelstand, damit die Stadt die gleichen Leistungen aufbringen könnte. Darum ist es eben wichtig, die guten Steuerzahlenden in der Stadt Zürich zu behalten und den Steuerfuss mindestens einigermassen konkurrenzfähig mit den umliegenden Gemeinden zu behalten.
Leider sieht das die rot-grüne Gemeinderatsmehrheit anders, eine leichte Reduktion des Steuerfusses von 119 auf 116 Prozent lehnte der Gemeinderat im Dezember 2025 mit 64 zu 60 Stimmen ab. Bei den Gemeinderatswahlen am 8. März 2026 haben wir die Chance, die Mehrheiten zu ändern!