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Fraktionserklärung der FDP Stadt Zürich zur "Themendebatte Altersstrategie Zürich"

Veröffentlicht am 31.01.2019 von

Elisabeth Schoch, Gemeinderätin FDP Kreis 4 + 5 und Corina Ursprung, Gemeinderätin FDP Kreis 6

Die FDP begrüsst die Erarbeitung einer neuen Altersstrategie für die Stadt Zürich

Seit langer Zeit weist die FDP darauf hin, dass die Altersstrategie der Stadt Zürich überholt ist. Diese Haltung wurde durch die Obsan Studie bestätigt, welche aufzeigt, dass es in der Stadt Zürich ca. 1'700 Alters- und Pflegeplätze zu viel hat. Die Trends sind schon lange klar: einerseits steigt die Anzahl älterer Menschen in der Stadt Zürich weniger stark an als in der übrigen Schweiz, andererseits ändern sich die Bedürfnisse weg vom Alterszentrum hin zu individuellem Wohnen. So lassen sich die Zahlen der Obsan Studie erklären. Die rot-grün dominierte Stadtregierung hat diese Entwicklung viel zu lange ignoriert und die Zeichen der Zeit – wie bei den Stadtspitälern – verkannt. Es wurde einfach Altes und Bekanntes fortgesetzt, obwohl sich das Umfeld längst geändert hat. Weitsicht und Zukunftsorientierung scheinen nicht die Stärke des auf Verwaltung und Bewahren fokussierten linksdominierten Stadtrats zu sein. Wir begrüssen daher, dass der neue Stadtrat, nach Entzug des Departements aus den Händen der SP, die Motion der FDP aufnahm und die Überarbeitung der Altersstrategie für die Stadt Zürich in Angriff genommen hat. Auch begrüssen wir, dass der Stadtrat Fehlentwicklungen gegensteuert und bei den Neubauprojekten für die Alterszentren Grünau und Oberstrass einen Marschhalt beschlossen hat.

Die Bedürfnisse der älteren Menschen wandeln sich rasant. Die meisten älteren Menschen wollen möglichst lange zuhause und in ihrem natürlichen Umfeld eingebunden bleiben, um möglichst lange selbstständig leben zu können. Sie wollen nicht bemuttert werden und ihre individuelle Freiheit an den Nagel hängen. Zudem sind viele Unterstützungsleistungen zu Hause möglich und neue Angebote entstehen, die ein Leben zuhause bis ins hohe Alter ermöglichen. Nicht zuletzt birgt auch die Digitalisierung des Wohnbereichs neue Möglichkeiten. Auch im Alterswohnen beschleunigt sich der Trend «ambulant vor stationär» – nicht primär wegen der Kosten, sondern vor allem aufgrund der Wünsche der älteren Bevölkerung. Weiter sieht man, dass die Lebensqualität bis ins hohe Alter hoch ist und oftmals erst in den letzten Monaten ein Übertritt in ein Pflegezentrum nötig ist. Wir brauchen daher eine Strategie, die allen gerecht wird. Jenen, die mit wenig Geld über die Runden kommen müssen, indem wir zum Beispiel genügend kostengünstige Wohnungen zur Verfügung stellen. Jenen, die ihren vierten Lebensabschnitt individuell gestalten wollen, indem wir ihnen keine Steine in den Weg legen und auch ihnen Wohnraum zur Verfügung stellen. Ein entsprechender Vorstoss der FDP ist pendent. Doch es sollte auch die Inklusion jener sichergestellt werden, die in einer Gross-WG oder einem Alterszentrum Gesellschaft und Unterhaltung suchen, wo attraktive Aktivitäten organisiert werden, die auch dem Quartier einen hohen Wert geben.

Die heutige Debatte zeigt auf, dass sich inzwischen alle Parteien mit diesem wandelnden Bedürfnis auseinandersetzen. Dies erklärt die vielen Vorstösse im Hinblick auf die Altersstrategie und zeigt auf, wie wichtig sie ist. Damit ist das Thema Alter in den Fokus gerückt, und wir freuen uns auf die Behandlung der neuen Altersstrategie, mit welcher wir die Zukunft auch für uns gestalten – denn wir werden alle älter.