Sechs Wochen Ferien für Staatsangestellte
Veröffentlicht am 15.12.2025 von Emanuel Tschannen, Gemeinderat FDP 7+8

Am 13. Dezember 2025 überwies der rot-grüne Gemeinderat eine Motion der Grünen-Fraktion, welche die Erhöhung der Ferien des städtischen Personals um eine Woche fordert (GR 2024/586). Die (verpflichtende) Motion wurde dem Stadtrat mit 73 zu 45 Stimmen überwiesen und von SP, Grünen, AL und der Mitte/EVP unterstützt.
Staatsangestellten geht es nicht schlecht
Staatsangestellte setzen sich für das Gemeinwesen ein und leisten in der Regel gute Arbeit. Dafür profitieren sie von sicheren Arbeitsplätzen und einer guten Gesamtvergütung. Insbesondere Arbeitnehmende in den unteren Lohnklassen werden besser entschädigt als Mitarbeitende in der Privatwirtschaft. Auch profitieren Staatsangestellte von moderaten Arbeitszeiten und grosszügigen Kompensationsmodellen. Im Rahmen der beruflichen Vorsorge sind die Leistungen des Arbeitgebers ebenfalls höher als in einem durchschnittlichen KMU.
Zwar haben städtische Mitarbeitende zwischen 20-50 Jahren nur vier Wochen Ferien pro Jahr. Dafür erhalten sie aber, wie alle städtischen Mitarbeitenden zusätzlich 6 pauschale Brücken- bzw. Kompensationstage, womit sie faktisch bereits heute fünf Wochen Ferien pro Jahr haben. Weil die Brückentage nicht frei bezogen werden können, forderte die linke Ratsseite eine zusätzliche Ferienwoche für alle Staatsangestellten. Neu werden Mitarbeitende zwischen 20-50 Jahren sechs und alle anderen Mitarbeitenden sieben Wochen Ferien pro Jahr haben.
FDP sieht keinen Handlungsbedarf
Aus Sicht der FDP besteht kein Handlungsbedarf. Städtische Mitarbeitende werden fair beschäftigt und gut entschädigt. Das Obligationenrecht sieht für einen Mindestanspruch auf Ferien in der Höhe von vier Wochen vor (fünf Wochen für Lernende). Wenn private Arbeitgeber mehr Ferien gewähren, bezahlen sie die daraus resultierenden zusätzlich Lohnkosten von ihrer Marge. Beim Staat wird die zusätzliche Ferienwoche durch den Steuerzahler bezahlt. Bei durchschnittlichen Lohnkosten eines städtischen Angestellten von CHF 10'000 pro Monat kostet eine zusätzliche Ferienwoche rund CHF 2'500 pro Jahr. Das klingt moderat. Allerdings betragen die zusätzlichen Gesamtkosten bei rund 33'000 städtischen Mitarbeitenden rund CHF 82.5 Millionen. Das ist nicht unerheblich.
Zudem verschlechtert jede Verbesserung der staatlichen Anstellungsbedingungen die Rahmenbedingungen für private Arbeitgeber, insbesondere für KMU. Bereits heute konkurrenziert der Staat mit privaten Arbeitgebern um Fachkräfte. Jede Verbesserung der Anstellungsbedingungen beim Staat verteuert daher die Personalgewinnung bei den Privaten. Denn wollen sie mit dem Staat Schritt halten, müssen auch sie die Ausgaben (Lohn, Ferien etc.) erhöhen. Nicht alle KMU können mit dem Staat mithalten.
Am 8. März 2026 Gegensteuer geben
Aus diesen Gründen lehnt die FDP die zusätzliche Ferienwoche für Staatsangestellte ab. Die FDP fordert den Stadtrat auf, alternative Modelle, wie beispielsweise den Kauf von Ferientagen mit Lohn zu prüfen. Leider hat auch die Mitte/EVP der Motion der Grünen zugestimmt. Trotzdem wird sich die FDP nach den Wahlen vom 8. März 2026 bemühen, die geforderte zusätzliche Ferienwoche rückabzuwickeln.
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