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Wenn der Pelikan sein Herzblut umsonst vergiesst

Veröffentlicht am 09.12.2022 von

Roger Suter, FDP Gemeinderat Kreis 4+5

Montagmorgen, 08:00, grosses Auditorium, Thema: frühchristliche Symbolik.

„Der Pelikan steht für Aufopferung: Er vergiesst sein Herzblut, um seine Jungen zu ernähren. Heute wissen wir, dass dies eine Fehlinterpretation der regelmässigen Änderung der Farbe des Gefieders des Pelikans war. Dennoch steht er symbolisch nach wie vor für das Vergiessen von Herzblut und Aufopferung….“

Meine Studenten schreiben und notieren sich meine Worte.

Sie haben schon viele Pelikane gesehen in der Kunstgeschichte. Auf Gemälden, als Plastiken, selbst als Graffiti in den Katakomben. Merke also: Pelikan, Aufopferung, Herzblut. Lesson learned!

Knappe 60 Stunden später…. Mittwoch 17:40

Ein Bild eines solches Pelikans begegnet uns auch im Zürcher Rathaus. Er steht dafür, dass die gewählten Behörden, egal ob Legislative und Exekutive, egal ob Gemeinderat oder Kantonsrat, sich um die Belange und das Wohl der Bevölkerung kümmern sollten: Man soll sich mit Herzblut und Aufopferung für die Bevölkerung einsetzen.

Der Pelikan steht allerdings alleine dort.

Denn die Ratsmitglieder befinden sich zur Zeit in der Messehalle in Oerlikon. Dorthin ist man ausgewichen während der Pandemiezeit. Trotzdem wird für die Miete im Rathaus Geld ausgegeben. Und dies nicht zu knapp. 1,6 Millionen CHF werden zur Abstimmung vorgelegt, die FDP verlangt in einem Änderungsantrag, den Betrag auf 98’000 CHF zu reduzieren. Dies wäre möglich, würde man so schnell wie möglich zurück ins Rathaus gehen.

In einem linken Parlament, wo jeder FDPler als "Kapitalist" (Zitat D. W., Grüne) und Eigentum als „schlecht“ angeschaut wird, in diesem linken Parlament, in dem der grösste Teil eher Mieter als Eigentümer ist, sollte so eine Geldverschwendung doch keine Mehrheit bekommen.

Ebenso steht im alten Rathaus eine der ältesten Wärmepumpen der Welt, diese sorgt für ein gutes Klima. im wahrsten Sinne des Wortes, im Sommer und Winter. Die Klimaaktivisten sollten also ebenso für die Rathaussache sein.

Zu guter Letzte müssten noch unsere Freunde aus der Besetzerszene überzeugt werden. Dies sollte eigentlich kein Problem darstellen, sitzen sie doch gerne in Häusern in welche Sie nicht dürfen.

Für die Parteien welche das Herz am „rechten“ Fleck haben, sollte es sowieso klar sein.

Bei der Abstimmung war es doch ziemlich verwunderlich.

Die roten Mieter wollen weiter bezahlen und nicht wohnen, die Klimahysteriker konnten sich für die Wärmepumpe nicht erwärmen und wollten somit keine feste Bindung eingehen. Die Besetzer waren sich uneinig, es gab Pro und Contra - aber wenn man in einem Gebäude sitzt, das einem schon gehört, ist es doch nicht dasselbe, wie, wenn man etwas besetzt, was einem nicht gehört.

Im Weiteren habe das Rathaus technische Mängel und man wolle nun kein Geld ausgeben, um diese zu beheben. Dass der Unterhalt aber Sache des Vermieters bzw. Eigentümers ist, wird verschwiegen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Einzelne sich bei einem privaten Mietobjekt sofort an den Mieterschutz wenden würde.

Apropos Mieterschutz. Da die Stadt sich anscheinend nicht beim Vermieter des Rathauses zu wehren weiss, haben Flurin Capaul und der Schreiber dieser Zeilen beschlossen, dass wir helfen möchten. Daher haben wir für die Liegenschaft Limmatquai 55, 8001 Zürich (das Rathaus) eine Jahresmitgliedschaft inkl. Rechtsschutzversicherung beim Mieterinnen- und Mieterverband Zürich gelöst und diese der Stadt geschenkt.

Wir haben uns Walter Angst als Account Manager gewünscht und hoffen nun, dass der Gemeinderat nun auch miet-juristisch bestens beraten ist…

 

Kategorie Gemeinderat

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