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Gescheiterte Wohnbaupolitik in Zürich und keine Wohnungsnot

Veröffentlicht am 17.08.2025 von

Rolf Walther, alt FDP-Kantonsrat, alt FDP-Gemeinderat Zürich und seit Jahrzehnten beruflich, politisch und in weiteren Organisationen im Bereich Liegenschaften (Anlage/Finanzierung) unterwegs

Trotz der durch drei SP-Politikergenerationen gelenkten Zürcher Stadtregierung (Estermann, Ledergerber, Mauch) zeigen sich keine Erfolge bei der Verfügbarkeit von Wohnungen.

Mieterverbände und diesen nahestehenden Personen schreien ständig von Wohnungsnot und bewirtschaften damit das in der Politik mehrheitliche eigene Unvermögen. Die links gebogene grüne Bananenrepublik Zürich ist mit ihrer Wohnungspolitik gescheitert. Sie beschäftigt sich lieber mit Gendern und nicht rassistischen Namensgebungen von Häusern. Trotzdem wird emotionell, immer teurer und gleichzeitig wirkungslos durch die links/grüne Mehrheit politisiert.

Mehrere tausend Millionen Franken investierte die Stadt Zürich seit 1990 in den Kauf von Liegenschaften, eigene Wohnbauten, Wohnbauaktionen, vergünstigte Baurechte, Stiftungskapital für stadteigene Wohnbaustiftungen. Das Resultat, die Mietzinse fast aller Wohnungen wurden teurer, die Preise für den Erwerb von Grundeigentum steigen.

Wo und wen ich auch frage, niemand kennt Leute, die bei der grossen medial überzeichneten Wohnungsnot auf der Strasse leben oder kein Dach über dem Kopf haben. Wenn ich ins neue Heim von Freunden oder Bekannten eingeladen werde, sehe ich immer grössere Wohnungen. Die Familien werden kleiner, Einpersonenhaushalte nehmen zu. Als Boomer Generation bin ich mit vielen anderen in Zürich in Wohnungen mit knapp 20 – 25 m2 Wohnfläche pro Person glücklich aufgewachsen, 3-Zimmerwohnungen mit 4 Personen und 80 m2 Wohnfläche waren üblich und ermöglichten damals (um 1965) über 440'000 Einwohnenden eine Wohnung zu finden. Dies beim damaligen Wohnungsmangel und ähnlichem Leerwohnungsbestand wie heute. Es wird Immer neuer Wohnraum erstellt. Die Einkommensverhältnisse haben sich positiv verändert. Auch grössere Wohnungen können im gleichen Verhältnis zum Einkommen wie früher gemietet werden, mit mehr Komfort. Die gesamte erstellte Wohnfläche in der Stadt hat sich seit 1965 fast verdoppelt. Immer noch wohnen etwa gleichviel Einwohner wie damals in Zürich. Würden wir uns mit gleichen Flächen wie 1965 begnügen, stünden heute für 900'000 Bewohnende Wohnflächen zur Verfügung. Leiden wir unter Wohnungsnot oder verbrauchen wir zu viel Wohnraum?

Der Wunsch sich zu verändern, nach einer grösseren Wohnung besteht. Er lässt sich umsetzen. Dies belegt die Zahl der Wohnungswechsel in der Stadt Zürich. Die Statistik der Stadt Zürich weist etwa 90'000 Personen aus, fast 19 % der Bevölkerung, die in Zürich jedes Jahr eine neue Wohnadresse finden. Dies bei lediglich 4300 Geburten und 3000 Todesfällen im Jahr 2024, das heisst, über 80000 Leute finden jedes Jahr, meist aus eigenem Wunsch (neuer Arbeitsplatz, Scheidung, Veränderungswille) eine neue bleibende Unterkunft. Gemäss Statistik weisen so nach fünf Jahren alle Wohnungen neue Bewohnende aus. Tatsächlich aber leben verschiedene Personen seit Jahrzehnten in gemieteten oder eigenen Wohnungen. Andere wechseln ihr Domizil in noch kürzeren Zeitabständen. Jeder Umzug kostet den Vermieter wie den Mieter jeweils mehrere tausend Franken. Aber auch die Stadt Zürich ist mit der administrativen Bewältigung dieser Umzüge finanziell und organisatorisch belastet. Sehr viele freiwillige Wohnungswechsel können wir uns finanziell erlauben und sind somit eher ein Luxusproblem.

Wohnungsnot besteht jedoch eindeutig für diejenigen, welche mit der Wohnungssuche überfordert sind, oft ältere Personen, körperlich oder kognitiv eingeschränkte Leute, hier ist Hilfe seitens der Stadt Zürich angebracht. Probleme haben auch diejenigen, welche mit dem zur Verfügung stehenden Geld nicht haushälterisch umgehen können oder allenfalls nur Teilzeitbeschäftigt sind. Wer über die möglichen Verhältnisse lebt, deshalb ein negatives Betreibungsdossier vorweisen muss hat so, oft selbstverschuldet, auch Probleme bei der Wohnungssuche. Und diese Wohnungssuche ist in einer wirtschaftlich erfolgreichen Stadt wie Zürich seit Jahrzehnten nicht einfach. Es gibt kein Recht auf eine Wunschwohnung am Zürichsee, eine sanierte Altbauwohnung mit viel Charme und Raum, viel Licht, Terrasse und schönem Garten zu günstigsten Konditionen….

Unverständlich aber ist es, wenn diese auf Umweltanliegen so fanatisch handelnde Stadt für Einzelpersonen subventionierte Wohnungen mit Wohnungsgrössen von 55 bis 60 m2 neu erstellt. Dies ein kürzlich publiziertes Inserat der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich, Erstvermietung der Siedlung Letzi. Wieviel graue Energie braucht diese subventionierte Bauweise. Zusätzlich braucht es die Energie, die mit Fernwärme oder klimaneutralen Energieträgern erzeugt wird. All diese ökologischen Hinweise gelten selbstverständlich auch für andere städtische Wohnsiedlungen, Alterswohnungen und Heime, die in den letzten Jahren gebaut wurden. Die Temperatur in unserer Stadt wird durch den Luxus von grösseren Wohneinheiten so zusätzlich erhitzt.

Die gleiche Stadtverwaltung sorgt auch für höhere Baukosten und ökologisch unsinnige Mehrfahrten. Gewerbebetriebe werden aus der Stadt Zürich verdrängt, Auflagen bezüglich Lärm oder anderen Immissionen, fehlende Parkplätze, Lagermöglichkeiten, bauliche Anforderungen an die Gewerberäume zum Beispiel mit der Anzahl und Aufteilung von Garderoben und Toiletten führen zur Abwanderung. Die nun von ausserhalb der Stadt anrollenden gewerblichen Dienstleister verrechnen die zusätzlichen Zeit- und Anreisekosten. Velostreifen statt Parkplätze bedeuten mehr Suchverkehr, gerade für das Gewerbe. Dieses stellt für die immer mehr zu suchenden Parkplätze diese zusätzliche Arbeitszeit in Rechnung, sei es der Maler, der Gärtner, der Reinigungsdienst oder andere Services. Bauen und der Unterhalt der Liegenschaften in der Stadt Zürich werden für Mieter und Eigentümer teurer und zusätzlich unökologischer!

Wie oft hat der Stadtrat von Zürich unter Anrufung des Dringlichkeitsartikels Liegenschaften in eigener Kompetenz und Verantwortung erworben. Dabei entsteht keine zusätzliche Wohnung. Die Stadt Zürich begann selbst vor dreissig Jahren Leerkündigungen auszusprechen um Wohnsiedlungen, erstmals die grosse städtische Überbauung Bändlistrasse, damals notwendigerweise zu erneuern. Entstanden sind grosszügige Wohnungen, die Bewohnerzahl aber ist gesunken. Auch so kann Wohnungsnot politisch bewirtschaftet werden.

Zuviel behördliche Vorschriften, Auflagen und Interpretationen von Baugesetzen, führen zu kaum mehr durch private Eigentümer erfüllbare Bauentscheidungen. Verschiedenste beteiligte Amtsstellen, vom Hochbauamt über Tiefbau, Entsorgung, Grün Stadt Zürich, Gesundheits-und Umweltdepartement, Verkehrsdepartement und so weiter stellen oft Detailanforderungen, welche weder die Nachbarn interessieren noch die Stadt zu interessieren haben. Private Bauherrschaften verzichten deshalb immer mehr darauf selbst zu bauen. Neue Bauträger wie Immobilienfonds, Versicherungen, Pensionskassen, Immobilienaktiengesellschaften, Crowd-Funding-Gesellschaften übernehmen dann mit zahlreichen teuer agierenden Spezialisten, Juristen, und Immobilienprofis neue Wohnungen zu erstellen. Diese sind nicht mit eigenem Geld investiert, oft aber mit dem Interesse an möglichst hohem Profit. Die Immobilienbranche lebt dank der von vielen so geschätzten sozialen Absicherung, vielen Auflagen bis hin zu Anlagevorschriften, welche den Banken auferlegt wurden. Bauen und Wohnen werden so immer teurer. Und viele wohnen gerne in immer grösseren Wohneinheiten, flexibel inneuen Wohnungen, auch hier mit einem immer grösseren ökologisch negativen Fussabdruck.

Und dann wären da noch die Zweitwohnungen, kein wesentliches Stadtzürcher Thema. Allein in den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Zweitdomizile in der Schweiz von um 300'000 auf über 600'000 verdoppelt, das sind mehr Wohneinheiten als die ganze Stadt Zürich mit 236000 ausweist. Wobei in Zürich die Statistik etwa 25000 Zweitwohnungen erwähnt, 217700 Mietwohnungen und nur 18650 Wohneinheiten im Eigentum der Bewohnenden. Letztere führen weniger zu Wohnungswechsel.

Festzuhalten ist auch, dass all die Bestrebungen zum Mieterschutz kaum Einfluss auf die Wohnungspreise und das Wohnungsangebot haben. Vielmehr ist anzunehmen, dass auch hier die schweizerische und kantonale Gesetzgebung zu höheren Mietzinsen geführt haben. Die Lust von Privatpersonen Wohnungen zu vermieten schwindet. Dies zeigt die Zahl von noch 67000 von privaten Eigentümern vermieteten Wohnungen in der Stadt Zürich. Allein in den letzten 10 Jahren reduzierte sich diese Zahl dramatisch um weitere 9000 Einheiten. Über 150'000 Wohnungen werden nicht durch private Eigentümer vermietet. Heisst weniger Privateigentum auch mehr Wohnungswechsel?

Zürich ist seit Jahrzehnten interessant als Wohn- und Arbeitsort. Die Wirtschaft sorgte für Arbeitsplätze, die Nachfrage nach Wohnungen bleibt konstant hoch. Zürich ist durch die Infrastrukturen von Flughafen, Bahn/Tram/Bus und bisher Strasse gut erreichbar. Attraktive Bildungsinstitutionen wie ETH, Universität, Fachhochschulen, das Kulturangebot, Sport und besonders die Sicherheit in der nahen Umgebung von besten Krankenhäusern zu sein, aber auch die Naherholungsgebiete sprechen für einen Wohnsitz in Zürich, weniger das Steuerniveau.

All dies zeigt, die Politik von links/grün ist im Wirtschaftszentrum Zürich deutlich gescheitert. Nicht Wohnungsnot, sondern der Luxus seine Wohnung wählen zu können, verteuert und reduziert das verfügbare Wohnungsangebot. Das zu viele durch die Stadt Zürich investierte Geld von über drei Milliarden Franken, die vielen angewendeten Auflagen und die links/grüne Politik der Bananenrepublik Zürich braucht einen Neuanfang. Zielführend wären weniger Auflagen, weniger Bestimmungen für die Vermietung, mehr privat verantwortlich geführte Mietverhältnissen oder Eigentum. Oder in Farben, das Wappen von Zürich ist blau und weiss, politisch steht dies für mehr Liberalismus, mehr private Verantwortung, Freiheiten und Anerkennung und Schutz vom Privateigentum. Persönliche Selbstverantwortung braucht es, gerade gegenüber den Mietenden, was von Immobiliengesellschaften nicht erwartet werden kann, diese sollen ja Gewinne für die Pensionskassen und für Anleger erwirtschaften.

Zürich ist mit seiner Wohnungspolitik der letzten 35 Jahre kläglich gescheitert. Viel Wohnraum steht zur Verfügung, auch genügend Geld neue Wohnräume zu finden. Das ist keine Wohnungsnot. Wohnungen findet man nicht innert Tagen, da herrscht viel Ungeduld. Die Wohnungssuche beim wirtschaftlichen Erfolg der Stadt und Ihrer Bewohnenden bleibt wie seit Jahrzehnten schwierig. Weniger Erfolg kann kein Ziel sein. Mehr Staatseinfluss verteuert das Wohnen, das zeigt die Politik der letzten 35 Jahre. Es braucht einen radikalen Neuanfang. Was würde wohl passieren, wenn die Stadt Zürich, die Stiftungen der Stadt all ihre in den letzten 35 Jahren erworbenen Wohnungen und Häuser an private Eigentümer veräussern würde? dies mit weniger übergeordneten Gesetzen, eigenen Vorschriften, Auflagen?

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